Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Eine Veranstaltungsreihe in Göttingen vom 5. November 2021 bis 30. Januar 2022

Dezember 2022

Samstag und Sonntag, 03. und 04.12.2022
 

Behemoth. Eine Einführung in Franz Neumanns Analyse des national­sozialistischen Unstaats mit Moritz Zeiler

Wochenend­seminar

Veranstaltet von f_act

In diesem Wochenend­seminar soll ein Überblick über Franz Neumanns Studie „Behemoth“ — eine der bis in die 1940er Jahre umfangreichsten und kenntnis­reichsten Studien der national­sozialistischen Herrschaft — gegeben werden. Mit Moritz Zeiler wollen wir zentrale Thesen von Neumanns Studie heraus­arbeiten und diese mit zeit­genössischen linken Faschismus­interpretationen vergleichen. Desweiteren soll diskutiert werden, inwiefern Neumanns Analysen auch einen Beitrag für ein besseres Verständnis aktueller autoritärer Tendenzen liefern können. Es werden gemeinsam Text­ausschnitte gelesen und diskutiert.

Weitere Informationen unter fact.noblogs.org und bei Anmeldung unter feministische.aktion@riseup.net

Sonntag, 04.12.22, 14:00 Uhr
Ausstellungs­raum „Auf der Spur europäischer Zwangs­arbeit. Südnieder­sachsen 1939-1945", Godehard­straße 11, 37081 Göttingen

Geschichte erforschen mit dem Museums­koffer

Workshop mit der Historikerin Annika Fischer

Veranstaltet von der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangs­arbeit. Südnieder­sachsen 1939-1945" und Geschichts­werkstatt Göttingen e.V.

Zwangs­arbeit war das national­sozialistische Unrecht, das die größte Anzahl an Menschen traf. Die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangs­arbeit. Süd­nieder­sachsen 1939-1945“ zeigt, wie das in der Region aussah. Wie allgegen­wärtig und viel­gestaltig war die Zwangs­arbeit im national­sozialistischen Deutschland? Und wie machte die NS-Ideologie je nach Herkunft der Menschen selbst hier noch Unterschiede?

Zehn Museums­koffer, gefüllt mit Objekten, Fotos und Dokumenten, decken jeweils Teil­bereiche des umfangreichen Themas ab und ermöglichen einen fast schon persönlichen Zugang. Um die Geschichten hinter den Gegen­ständen zu entschlüsseln, werden alle Elemente der Ausstellung genutzt.

Dienstag, 06.12.2022, 19:30 Uhr
Reformierte Kirche, Untere Karspüle 11, 37073 Göttingen

Vermächtnis in Theresien­stadt. Wie Regina Jonas im KZ als Rabbinerin wirkte

Veranstaltet von der Gesell­schaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen

Biografie bei „The Shalvi/Hyman Encyclopedia of Jewish Women" (in englischer Sprache)

Regina Jonas aus Berlin, die im Jahr 1935 als weltweit erste Frau das Rabbinats­diplom erhielt, wurde im November 1942 zusammen mit ihrer Mutter nach Theresien­stadt deportiert. Sie folgte auch im Lager ihrer rabbinischen Berufung, hielt Vorträge zu biblischen, talmudischen und ethischen Themen und arbeitete als Seel­sorgerin im Team des Wiener Psychiaters Viktor E. Frankl.

Ulrike Offenberg, Rabbinerin und Historikerin, und Martin Heimbucher, emeritierter reformierter Kirchen­präsident, sind gemeinsam den Spuren ihres Wirkens in Theresien­stadt gefolgt und beleuchten die letzten beiden Jahre ihres Lebens. Zahlreiche neu aufgefundene Zeugnisse fügen sich zu einem beeindruckenden Gesamt­bild zusammen.

Mittwoch, 07.12.2022, 16:30 Uhr
KZ-Gedenk­stätte Moringen, Lange Str. 58, 37186 Moringen

Führung zu den Moringer Konzentrations­lagern

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen

In Moringen bestanden zwischen Frühjahr 1933 und dem Kriegsende 1945 nacheinander drei Konzentrations­lager. Anfang April 1933 wurde in Moringen eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet. Dort wurden vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover — Göttingen inhaftiert. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen aus dem politischen Widerstand, aber auch Zeuginnen Jehovas. Von 1940 bis 1945 bestand in Moringen ein Jugend-KZ. Sozial, „rassisch“, religiös oder politisch verfolgte männliche Jugendliche waren hier SS-Terror, Zwangs­arbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungs­methoden“ ausgesetzt.

Montag, 12.12.2022, 19:00 Uhr
Kino Méliès, Bürgerstraße 13, 37073 Göttingen 

Opfer der Wehrmacht­justiz in der Erinnerungs­kultur

Veranstaltet vom Bildungs­werk ver.di, Region Göttingen

Im Kontext von Nachrüstungsdebatte und Friedensbewegung kam zu Beginn der 1980er Jahre in einigen Städten die Forderung nach der Errichtung von Denkmälern für Deserteure auf. Der Vortrag von Dr. Marco Dräger thematisiert nicht nur die Errichtung solcher Denkmäler in den letzten ca. 35 Jahren, sondern all­gemeiner den öffentlichen Diskurs über das Phänomen Desertion — insbesondere im Kontext des National­sozialismus. Des Weiteren wird ein Überblick über Genese und Etablierung von Deserteur-Denkmälern in der bundes­republik­anischen Geschichts- und Erinnerungs­kultur geboten.

Dr. Marco Dräger ist Historiker und Geschichts­didaktiker, seit April 2022 Vertretungs­professor für Geschichte und ihre Didaktik.

Samstag, 17.12.2022, 15:00 Uhr
KZ-Gedenk­stätte Moringen, Lange Str. 58, 37186 Moringen

Führung zu den Moringer Konzentrations­lagern

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen

In Moringen bestanden zwischen Frühjahr 1933 und dem Kriegsende 1945 nacheinander drei Konzentrations­lager. Anfang April 1933 wurde in Moringen eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet. Dort wurden vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover — Göttingen inhaftiert. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen aus dem politischen Widerstand, aber auch Zeuginnen Jehovas. Von 1940 bis 1945 bestand in Moringen ein Jugend-KZ. Sozial, „rassisch“, religiös oder politisch verfolgte männliche Jugendliche waren hier SS-Terror, Zwangs­arbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungs­methoden“ ausgesetzt.