Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Eine Veranstaltungsreihe in Göttingen vom 5. November 2021 bis 30. Januar 2022

Januar 2023

Sonntag, 08.01.2023, 14:00 Uhr
Ausstellungs­raum „Auf der Spur europäischer Zwangs­arbeit. Südnieder­sachsen 1939-1945", Godehard­straße 11, 37081 Göttingen

Lebens­geschichten nieder­ländischer NS-Zwangs­arbeiter

Eine Ausstellungs­führung mit Günther Siedbürger

Veranstaltet von der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangs­arbeit. Südnieder­sachsen 1939-1945" und Geschichts­werkstatt Göttingen e.V.

Weit über 60.000 Menschen aus allen Teilen Europas mussten in Süd­nieder­sachsen Zwangs­arbeit leisten. Die Ausstellung ist ihrem Schicksal gewidmet. Wenig bekannt ist, dass auch aus den Niederlanden Menschen in die Region verschleppt wurden. Was Zwangs­arbeit für sie bedeutete, macht diese Führung anhand der Lebens­geschichten zweier Nieder­länder deutlich. Berichtet wird von ihrem Alltag in Betrieben und Lagern sowie von den Gefahren, denen sie ausgesetzt waren. Auch ihr Leben vor der Verschleppung und die Art und Weise, wie sie nach der Befreiung mit ihren Erfahrungen umgingen, wird erzählt.

Mittwoch, 11.01.2023, 15:00 Uhr
Holbornsches Haus, Rote Straße 34, 37073 Göttingen

Mit Schüler*innen in Auschwitz — Wie können Schüler*innen verstehen lernen?

Veranstaltet von der Freien Alten­arbeit Göttingen e.V.

Die Geschichts­werkstatt Haus Hoher Hagen e.V. lädt ein, sich mit verschiedenen Aspekten jüdischen Lebens in Geschichte und Gegenwart zu beschäftigen. Stefan von Huene ist in diesem Zusammen­hang bereits mehrfach mit Schüler*innen nach Auschwitz gefahren, um die Gedenk­stätte "Auschwitz-Birkenau — deutsches national­sozialistisches Konzentrations- und Vernichtungs­lager" zu besuchen. Im Erzähl­café werden die Schüler*innen über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken berichten, um anschließend im Generationen­dialog mit dem Publikum Bezüge zur Gegen­wart her­zustellen.

Mittwoch, 11.01.2023, 16:30 Uhr
KZ-Gedenk­stätte Moringen, Lange Str. 58, 37186 Moringen

Führung zu den Moringer Konzentrations­lagern

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen

In Moringen bestanden zwischen Frühjahr 1933 und dem Kriegsende 1945 nacheinander drei Konzentrations­lager. Anfang April 1933 wurde in Moringen eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet. Dort wurden vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover — Göttingen inhaftiert. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen aus dem politischen Widerstand, aber auch Zeuginnen Jehovas. Von 1940 bis 1945 bestand in Moringen ein Jugend-KZ. Sozial, „rassisch“, religiös oder politisch verfolgte männliche Jugendliche waren hier SS-Terror, Zwangs­arbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungs­methoden“ ausgesetzt.

Freitag, 13.01.2023, 15:00 Uhr
KZ-Gedenk­stätte Moringen, Lange Str. 58, 37186 Moringen

Führung zu den Moringer Konzentrations­lagern

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen

In Moringen bestanden zwischen Frühjahr 1933 und dem Kriegsende 1945 nacheinander drei Konzentrations­lager. Anfang April 1933 wurde in Moringen eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet. Dort wurden vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover — Göttingen inhaftiert. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen aus dem politischen Widerstand, aber auch Zeuginnen Jehovas. Von 1940 bis 1945 bestand in Moringen ein Jugend-KZ. Sozial, „rassisch“, religiös oder politisch verfolgte männliche Jugendliche waren hier SS-Terror, Zwangs­arbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungs­methoden“ ausgesetzt.

Montag, 16.01.2023 bis Montag, 06.02.2023
Foyer des Kulturwissenschaftlichen Zentrums (KWZ), Heinrich-Düker-Weg 14, 37073 Göttingen

Bilder aus Galizien und Lodomerien (Ukraine)

Ausstellung mit analogen Fotos von Marc Sagnol

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08:00 bis 19:00 Uhr, Samstag 09:00 bis 13:00 Uhr

Veranstaltet von der Gesell­schaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen

Dr. Marc Sagnol (Paris und Erfurt) ist Philosoph, Schrift­steller, Fotograf und Film­regisseur. In seiner Freizeit durch­streift er die ehemaligen „Kronländer“ Galizien und Lodomerien, die heute auf dem Gebiet der Ukraine liegen. In dieser Ausstellung zeigt er Bilder aus diesen vergessenen Regionen, die heute eine brennende Aktualität bekommen. Sagnol arbeitet mit analogen Kameras (Leica, Exacta 6x6) und entwickelt seine Bilder selbst. Anlässlich der Ausstellung wird bei der Eröffnung am 16.01.23 sein Buch „Galizien und Lodomerien. Eine Spuren­suche“ (Kadmos 2021) vorgestellt.

Donnerstag, 19.01.2023, 19:00 Uhr
Kino Lumière, Geismar Landstraße 19, 37083 Göttingen

Langsames Dies­seits. 4 Monologe

Ein Film von Hannes Richter und Siegfried Ressel mit anschließendem Gespräch

Veranstaltet von femko

Der Film setzt im heutigen Alltag von vier Über­lebenden der NS-Konzentrations- und Vernichtungs­lager an. Ihre Monologe — über das Über­leben, das Nach-Hause-Kommen, ihr Schaffen, ihre Familien — bilden den Rahmen dieser Dokumentation. Sie erzählen zu Hause und in ihren Städten: Raymond Renaud beim Bestellen seines Gartens im ländlichen Frank­reich, Ivan Ivanji beim Romane Schreiben im Belgrader Plattenbau, Zahava Stessel, während sie in New York Subway fährt, Aleksandr Bytschok beim Familien­essen in Kiev. Sie legen nach wie vor Zeugnis ab, gehen in Schulen, schreiben Bücher, geben Interviews. Das unkommentierte Erzählen dieser beeindruck­enden Menschen lässt das Nach­denken nicht nur zu, sondern fordert es ein.

Sonntag, 22.01.2023, 17:00 Uhr
Altes Rathaus, Markt 9, 37073 Göttingen

מיר לעבן אייביק! — „mir lebn ejbik!“

Jüdische Lieder mit Daniel Kempin (Gesang, Gitarre) und Dimitry Reznik (Violine)

Veranstaltet von der Gesell­schaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen

Kurzbiografien Daniel Kempin und Dimitry Reznik (PDF)

Das Ensemble Kempin-Reznik beschreibt im ersten Teil dieses Konzerts sowohl kulturelle Besonder­heiten des jüdischen Lebens in Ost­europa als auch historische Stationen. Im zweiten Teil wird u.a. am Beispiel des berühmten Dichters und Komponisten Mordechai Gebirtig (1877-1942) ein Auszug aus dessen musikalischem Ghetto-Tagebuch vorgestellt, das Daniel Kempin auf Einladung des Holocaust Memorial Museum in Washington dort als CD eingespielt hat. Aber auch hier — wie der Titel des Programmes andeutet — wird der ungeheure (Über-)Lebens­willen und eine fast unverständ­liche Hoffnung zum Ausdruck gebracht.


Dienstag, 24.01.2023, 16:30 Uhr
KZ-Gedenk­stätte Moringen, Lange Str. 58, 37186 Moringen

Führung zu den Moringer Konzentrations­lagern

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen

In Moringen bestanden zwischen Frühjahr 1933 und dem Kriegsende 1945 nacheinander drei Konzentrations­lager. Anfang April 1933 wurde in Moringen eines der ersten KZ des NS-Staates errichtet. Dort wurden vor allem politische Gegner aus dem Raum Hannover — Göttingen inhaftiert. Von Oktober 1933 bis März 1938 war Moringen das zentrale Frauen-KZ Preußens. Inhaftiert waren Frauen aus dem politischen Widerstand, aber auch Zeuginnen Jehovas. Von 1940 bis 1945 bestand in Moringen ein Jugend-KZ. Sozial, „rassisch“, religiös oder politisch verfolgte männliche Jugendliche waren hier SS-Terror, Zwangs­arbeit, Hunger und drakonischen „Erziehungs­methoden“ ausgesetzt.

Dienstag, 24.01.2023, 19:00 Uhr
Mensa KGS Moringen, Waldweg 30, 37186 Moringen

Von Moringen nach Auschwitz

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen mit der Projekt­werkstatt „Spuren­suche“

Jugendliche berichten von ihren Erfahrungen mit ihren Studienreisen nach Auschwitz. Was motiviert sie? Was haben sie erlebt? Was haben sie gelernt? Was hat diese Reise verändert? Sollte jede*r Deutsche dort einmal gewesen sein?

Vor 80 Jahren wurden 26 Sinti-Jungs von Moringen nach Auschwitz deportiert. Wir werden ihre Geschichte erzählen und an sie erinnern.

Donnerstag, 26.01.2023, 19:30 Uhr
Altes Rathaus, Markt 9, 37073 Göttingen und Online

Erinnern heißt verändern. Bedeutungen des Gedenkens für die Gegenwart

Veranstaltet vom Bündnis zum Gedenken an die Opfer des National­sozialismus

Das Bündnis zum Gedenken an die Opfer des National­sozialismus besteht seit 25 Jahren. Wir nehmen dies zum Anlass, die Notwendig­keit des Erinnerns und die Bedeutung von Gedenk­tagen aus verschiedenen Perspektiven, mit verschiedenen Generationen und Nachfahren der Opfer des NS zu diskutieren. Dabei legen wir den Fokus auf die Bedeutung des Gedenkens für unsere Gegenwart und die Zukunft. Was passiert, wenn Gedenken zum leeren Ritual wird? Ist Erinnern eine Schutz­maßnahme und Stärkung für die Zukunft? Entfaltet sich Solidarität stärker durch plurale Gedenk­kultur? Wir diskutieren live und digital mit unseren Gästen und jungen Teil­nehmenden.

Marianne Wilke, Zeitzeugin, Trägerin des „Meilen­stein“-Verdienstes (angefragt), Nui Arendt, Verband jüdischer Studierenden Nord (VJSNord)/ Bildungs­kollektiv radikal_jüdisch, Kenan Emini, Roma Center e.V. / Roma Anti­discrimination Network und Dietmar Sedlaczek, KZ-Gedenk­stätte Moringen (angefragt).

Montag, 30.01.2023, 14:00 Uhr
Treffpunkt vor der Aula am Wilhelmsplatz, 37073 Göttingen

Geschichte Göttingens im National­sozialismus

Ein Stadtteil­rundgang

mit den Historiker*innen Frauke Klinge und Jörg Janßen

Veranstaltet von der Geschichts­werkstatt Göttingen e.V.

Mit diesem Stadtrundgang möchte die Geschichts­werkstatt Göttingen einen Einblick in den Alltag der Göttinger Bevölkerung zur Zeit des National­sozialismus vermitteln. Anhand von ausgewählten Themen richten wir den Blick nicht nur auf die Opfer von Entrechtung, Verfolgung und Deportation, sondern auch auf die Täter und Täterinnen vor Ort. Stationen des Rundgangs werden u.a. die Göttinger Universität im National­sozialismus, die Situation an den Schulen, die Bedeutung der NS-Zwangs­arbeit und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sein.