Der Treffpunkt wird nach der Anmeldung per Mail bekannt gegeben
Erinnerungsweg Alexander Selchow
Öffentliche Führung
Bitte melden Sie sich für die kostenlose Führung an unter info@alexander-selchow.de
Veranstaltet von der AG Alexander Selchow
In der Silvesternacht 1990/91 wurde in Rosdorf der 21-jährige Alexander Selchow von rechtsextremen Skinheads überfallen. Er starb am Neujahrsmorgen an zahlreichen Stichverletzungen. Seit 2022 gibt es in Rosdorf einen Rundweg, der an Selchow erinnert. Zum Weg gehören auch Videoaufzeichnungen von Gesprächen, die Jugendliche mit Zeitzeug*innen führten.
Während der Führung anlässlich des Todestages werden ausgewählte Stationen des Erinnerungswegs besucht, der historische Kontext („Baseballschlägerjahre“) erläutert und die Bedeutung von Erinnerungskultur für die Demokratie diskutiert.
Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939–1945“, BBS II, Godehardstr. 11, Göttingen
NS-Zwangsarbeit in Südniedersachsen
Eine Ausstellungsführung mit Arndt Kohlmann
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit in Südniedersachsen 1939–1945“
Im Zweiten Weltkrieg waren ausländische Zwangsarbeiter*innen in praktisch jedem Bereich der deutschen Kriegswirtschaft tätig. Es gab sie in allen Städten und Dörfern und sie schwebten in ständiger Gefahr. Diese Führung gibt einen Überblick, wie das in der Region aussah. Sie geht auf die Lebenswege einzelner Zwangsarbeitender ein, beleuchtet Zwangs-Arbeitsplätze in Südniedersachsen, erklärt den Zusammenhang zwischen Zwangsarbeit und NS-Ideologie und stellt die verschiedenen europäischen Perspektiven auf dieses Verbrechen dar.
Ver.di Säle, Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage, Göttingen
„displaced at home“ — Eine Ausstellung über die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Kassel vom 1. Weltkrieg bis zu den DP-Camps
Vortrag von Gabriela Katz, Kuratorin der Ausstellung und Mitarbeiterin im Sara Nussbaum Zentrum Kassel
Veranstaltet vom Deutschen Gewerkschaftsbund, der Jüdischen Gemeinde und dem Sara Nussbaum Zentrum Kassel
Die Ausstellung „displaced at home — ein Ort, den man zuhause nennt“, die vom Juni 2024 bis August 2026 im Sara Nussbaum Zentrum gezeigt wurde, beleuchtet das Schicksal Kasseler Jüdinnen und Juden vom Beginn des 1. Weltkriegs bis zu den DP-Camps nach dem 2. Weltkrieg. Im Juni 2025 wurde die innovative Ausstellung mit dem 1. Platz des Hessischen Präventionspreises ausgezeichnet.
Gabriela Katz wird uns über ihre Kurationsarbeit berichten und Einblicke in Teile der Ausstellung geben.
Buchladen Rote Straße, Nikolaikirchhof 7, Göttingen
Auftakt des Terrors — Bedeutung der frühen Konzentrationslager 1933
Buchvorstellung und Gespräch
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen und dem Buchladen Rote Straße
Die Konzentrationslager waren zentral für die Durchsetzung der NS-Diktatur. Über 100 von ihnen entstanden allein 1933. Genutzt wurden dafür oft bestehende Strukturen, wie die Arbeitshäuser Moringen und Breitenau.
Im Mai erschien dazu der Sammelband „Durchsetzung der Diktatur“ der Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager. Ann Katrin Düben, Leiterin der Gedenkstätte Breitenau und Miriam Hockmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Moringen sprechen über die Bedeutung der beiden Orte für den Umbau von der Demokratie zur Gewaltherrschaft.
Literaturhaus Göttingen, Nikolaistr. 22, Göttingen
UNERWÜNSCHT — Westdeutsche Demokratie und Verfolgte des NS-Regimes
Vortrag und Gespräch Stefanie Schüler-Springorum. Moderiert von Hartmut Wolter
Solidaritätsbeitrag zwischen 5 € und 20 €
Veranstaltet von der Freien Altenarbeit Göttingen e.V. und dem Literarischen Zentrum Göttingen
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum erzählt, wie es jüdischen Überlebenden, Sinti und Roma, ehemaligen Zwangsarbeiter*innen und Homosexuellen nach dem Krieg im westlichen Teil Deutschlands erging.
Hass und Schikanen hörten nach 1945 nicht einfach auf. Homosexuelle wurden bis 1969 auf Grundlage des § 175 in der Fassung von 1935 strafvrechtlich verfolgt. Das Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch diese Geschichten einen Riss. Wie tief Hass und Ressentiments im Denken der Menschen verankert waren und sind, zeigt dieser Vortrag.
Junges Theater, Bürgerstr. 15, Göttingen
Ausgeforscht? Zeitgeschichte und juristische Ahndung von NS-Verbrechen
Vortrag mit Dr. Stefan Hördler
Veranstaltet vom Bildungswerk ver.di und dem Jungen Theater Göttingen
Die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust wird oft als weitgehend erforscht betrachtet. Die Verfahren zu NS-Verbrechen der letzten Jahre zeigen jedoch diverse blinde Flecken in der Geschichtsschreibung auf, vor allem in Hinblick auf subalterne Täterschaften in Konzentrationslagern.
Der Vortrag beleuchtet die Heterogenität des Lagerpersonals — von altgedienten SS-Männern bis zu Zivilangestellten — und fragt, wie ihre Integration in das KZ-System die Gewaltpraxis prägte. Die Prozesse der Spätverfolgung werfen neue Perspektiven auf die NS-Gewaltgeschichte und die Transformation der Lager.
Dr. Stefan Hördler, Universität Göttingen, war mehr als zehn Jahre Gutachter in Verfahren zu NS-Verbrechen.
Online, Link nach Anmeldung
Wie recherchiert man die Beteiligung von Familienmitgliedern am Nationalsozialismus?
Online-Veranstaltung, der Link wird nach Anmeldung unter mail@ns-familien-geschichte.de zugesandt.
Veranstaltet von NS-Familien-Geschichte e.V.
Diese Online-Veranstaltung will dazu anregen, sich mit der NS-Vergangenheit der eigenen Familie auseinander zu setzen. Sie bietet einen umfassenden und systematischen Einstieg in Archivrecherche und weitere Möglichkeiten der Nachforschungen.
Kolportierte Anekdoten über den „Onkel bei der Wehrmacht“ und Sätze wie „Oma war immer gegen Hitler“ kennen die meisten. Aber immer mehr Menschen möchten den tradierten Anekdoten und Legenden auf den Grund gehen und herausfinden, ob und wie sich Familienmitglieder konkret am Nationalsozialismus beteiligt hatten.
Nicht zuletzt durch den seit Kurzem niederschwelligen Zugang zu den NSDAP-Mitgliedskarteien erreichte das Thema eine breite Öffentlichkeit. Um ein umfassenderes Bild zu erlangen sind weitere Recherchen erforderlich. Die Zeit für solche Recherchen ist günstig, denn heute lassen sich Werdegänge verwandter Personen im Nationalsozialismus oft detailliert nachvollziehen und belegen.
Eine wichtige Quelle sind Archive, Dokumente aus der NS-Zeit sind heute meist gut zugänglich. In den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden viele Gedenkstätten und Museen im In- und Ausland zur Dokumentation von NS-Verbrechen, deren Opfer und von Widerstand. Lokalhistoriker*innen vor Ort haben viele Informationen zusammengetragen. Eine weitere wichtige Quelle sind Zeitzeug*innen im Ausland. Noch hat man Gelegenheit, sie zu fragen. Auch das Internet ist zur Fundgrube für historische Informationen geworden.
Gemeindesaal der Ev.-Reformierten Gemeinde, Untere Karspüle 11, Göttingen
„Nur seine Geige ist geblieben“ — Die Geschichte des russisch-jüdischen Geigers Itzchak Orloff und seiner überlebenden Geige
Ein Dia-Vortrag mit Konzert für Klavier und Violine mit Roman Salyutov (Moderation und Klavier) und Alexander Lifland (Violine)
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Göttingen und der Ev.-reformierten Gemeinde
Die Matinée erinnert mit Musik und Bildern an das Leben und Schicksal des russischen Geigers und Holocaust-Opfers Itzhak Orloff. Dessen Geige blieb erhalten, ist nun im Besitz von Roman Salyutov und wird in diesem Konzert erklingen, das zugleich ein Benefizkonzert ist für den Wiederaufbau des Kibbuz Nir Oz, der in Israel am 7. Oktober 2023 durch das Massaker der Hamas zerstört worden ist.
Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen
Gedenkveranstaltung zum 27. Januar
Silvio Uhlfelder: Vertreibung, Neubeginn und die Sehnsucht nach Heimat
Veranstaltet vom Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Der Vortrag erzählt die bewegende Geschichte der Familien Uhlfelder aus Berlin sowie der Familie Grünewald aus Beverungen (NRW). Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann für sie die systematische Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich der Zwang, ihre Heimat zu verlassen. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Erfahrungen dieser Familien: der Verlust von Sicherheit und Zugehörigkeit, die Herausforderungen eines Neuanfangs in einem fremden Land (Argentinien), das Leben mit einer unbekannten Sprache und Kultur — und zugleich das tiefe, nie endende Vermissen der alten Heimat. Ein Bericht über Mut und Anpassung, über Identität und Erinnerung — und darüber, was es bedeutet, Heimat zu verlieren und dennoch weiterzuleben.
Treffpunkt: Schranke Goßlerstr. / Ecke Käte-Hamburger-Weg, Göttingen
Medizin in Göttingen im Nationalsozialismus — Rolle der Hebammen
Ein Stadtteilrundgang mit Cornelia Krapp, Hebamme, Geschichtswerkstatt Göttingen
Der Rundgang ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit in Südniedersachsen 1939–1945“
Schwangerschaften von Zwangsarbeiterinnen waren in Nazi-Deutschland grundsätzlich ebenso unerwünscht wie ausländische Kleinkinder. Sie hielten die Frauen von der Arbeit ab und erforderten Aufwand zur Betreuung. Jedoch kamen in sämtlichen Krankenhäusern der Region sowie in Lagern und Einzelunterkünften Kinder von Zwangsarbeiterinnen zur Welt. Schwangere Frauen aus Osteuropa wurden zudem für wissenschaftliche Zwecke missbraucht, indem sie als „Hausschwangere“ für die medizinische Ausbildung zur Verfügung stehen mussten.
Der Rundgang über das Gelände des alten Universitätsklinikums zwischen Goßlerstraße und Humboldtallee gibt eine Einführung in die Göttinger Klinikgeschichte. Es geht um Zwangsarbeiter*innen als Patient*innen und als Personal im Klinikum, um Zwangssterilisationen in der Frauenklinik und um die Rolle, die Hebammen bei alledem spielten.
Für rechte Ideologien sind Hebammen seit jeher wichtig — die Berufsgruppe soll dabei helfen, Frauen auf ihre Mutter-Rolle festzulegen. Im Nationalsozialismus wurde 1938 gesetzlich vorgeschrieben, dass zu jeder Geburt eine Hebamme hinzugezogen werden musste. Heute hingegen legen Hebammen Wert darauf, dass sich ihre Berufsethik nicht mit rechtem Gedankengut vereinbaren lässt. Und im Hebammengesetz wird ausdrücklich betont, dass Hebammen das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung achten sollen.



