Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939–1945“, BBS II, Godehardstr. 11, Göttingen
„Wir waren Sklaven ohne Rechte“ — Zwangsarbeitende aus der Sowjetunion in Südniedersachsen
Eine Ausstellungsführung mit Annegrit Berghoff
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit in Südniedersachsen 1939–1945“
Vor 85 Jahren begann der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Um die (Kriegs-)Wirtschaft in Deutschland aufrechtzuerhalten, stimmte Adolf Hitler im Oktober 1941 dem Zwangsarbeitseinsatz von Millionen sowjetischer Kriegsgefangenen und Zivilist*innen zu, den er bis dahin aus rassistischen Gründen abgelehnt hatte. Für die sogenannten „Ostarbeiter“ galten diskriminierende Sonderregelungen. Auch in südniedersächsischen Betrieben kamen sie zum Einsatz.
Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen
Zu unserem großen Bedauern müssen wir das Konzert wegen einer akuten Erkrankung der Sängerin absagen. Ein Ersatztermin steht derzeit noch nicht fest und wird vermutlich erst 2027 stattfinden können.
Jüdische Stimmen — Identität, Erinnerung und musikalische Moderne
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. und der Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen
Werke von Alexander von Zemlinsky, Mieczysław Weinberg, Gustav Mahler, Alban Berg und Roger Quilter bringen Prof. Eva Kirchner (Sopran) und Prof. Julia Bartha (Klavier) bei diesem besonderen Liederabend zu Gehör. Beide lehren am Institut für Musikpädagogik der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.
Im Mittelpunkt des Programms stehen die vielfältigen Erfahrungen jüdischer Komponisten in der europäischen Musikgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Biografien erzählen von kultureller Zugehörigkeit und Assimilation, von künstlerischer Freiheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung, von Flucht und Exil.
So entsteht ein Liederabend über Identität und Zugehörigkeit, über kulturelle Verflechtung und Erinnerung.
Treffpunkt: Stadthaus/Stadtbibliothek, Gotmarstr. 7/8, Göttingen
Gestapo in Göttingen 1935-45
Stadtrundfahrt mit dem (eigenen) Fahrrad
Mit Dr. Rainer Driever, Dr. Thomas Küntzel und Dr. Günther Siedbürger
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V. und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.
Diese Stadtrundfahrt führt zu ehemaligen Dienststellen der Gestapo, zum ehem. Gerichtsgefängnis, in dem Gefangene der Gestapo festgehalten wurden, zum Wohnhaus eines Gestapobeamten sowie zum Wohnhaus einer Opferfamilie.
Die Rundfahrt thematisiert Täterschaft, Verfolgung und Gewalt und macht sichtbar, wie nationalsozialistischer Terror im konkreten Stadtraum verankert war. Was waren die Themen, die für die Staatspolizei im Mittelpunkt standen? Wer waren ihre Opfer? Wie ist sie vorgegangen? Die Rundfahrt gibt erste Antworten zur Geschichte der Gestapo-Außendienststelle Göttingen.
Treffpunkt: Platz der Synagoge, Ecke Obere/Untere Maschstraße, Göttingen
Stadtführung zu den Geschehnissen der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 in Göttingen
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die in den Jahren 1869 bis 1874 errichtete Göttinger Synagoge angezündet und vollkommen zerstört. Danach durchkämmten gegen Mitternacht Rollkommandos aus SS-Leuten die Stadt auf der Suche nach jüdischen Bürger*innen. Sie drangen in Wohnhäuser ein, zerschlugen Mobiliar und Einrichtungsgegenstände und misshandelten Bewohner*innen.
Die etwa 90-minütige Führung mit Anette Neugebauer geht durch einige Innenstadtstraßen, in denen jüdische Familien in dieser Nacht terrorisiert wurden. Während der Führung wird auch auf einige der Täter und die Rolle des damaligen Oberbürgermeisters Albert Gnade eingegangen. Die Führung endet am Synagogenmahnmal.
Platz der Synagoge, Ecke Obere/Untere Maschstraße, Göttingen
Gedenkstunde am Mahnmal der Synagoge
Musikalische Mitwirkung: Maren und Mathias Böhme mit Querflöte und Geige
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. und der Stadt Göttingen
Seit 1973 findet in Göttingen jedes Jahr eine Gedenkstunde statt zur Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9./10.11.1938. In diesem Jahr haben Schüler*innen aus den Geschichtskursen des Max-Planck-Gymnasiums unter der Leitung von Alexander Liebig die inhaltliche Vorbereitung übernommen. Der thematische Schwerpunkt liegt auf den konkreten Ereignissen rund um den Brandanschlag auf die Göttinger Synagoge, auf der Basis der umfassenden Recherchen des Göttinger Historikers Dr. Peter Kriedte.
Reformierte Kirche Göttingen, Untere Karspüle 11, Göttingen
Gedenkkonzert zur Reichspogromnacht als „Lange Nacht der Erinnerung“ des Jüdischen Lehrhauses
Mit dem Göttinger Projektorchester KlezPO
Veranstaltet vom Jüdischen Lehrhaus und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.
Anlässlich des Gedenktages der Reichspogromnacht lädt das KlezPO-Orchester zu einem besonderen Konzert des Erinnerns und Gedenkens ein. Ausgewählte Werke spannen einen Bogen von jüdischer Tradition hin zu den Opfern von Krieg und Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart. Lieder unterschiedlicher kultureller Kontexte geben Menschen eine Stimme, deren Schicksale durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und andere Formen von Unterdrückung geprägt wurden. Das Konzert schlägt eine Brücke in die Gegenwart und verdeutlicht, wie wichtig Erinnerung, gegenseitiger Respekt und das entschlossene Eintreten gegen Hass und Ausgrenzung auch heute sind.
Ver.di Säle, Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage, Göttingen
Die Situation von Shoah-Überlebenden in der Ukraine während der russischen Vollinvasion
Vortrag von Ragna Vogel, Geschäftsführerin des Vereins KONTAKTE-KOНTAKTbI e.V.
Veranstaltet vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Jüdischen Gemeinde
Der Berliner Verein KONTAKTE-KOНTAKTbI e.V. organisiert seit Anfang 1990 medizinische und finanzielle Hilfe für Shoah-Überlebende in der Ukraine. Mit dem Überfall der russischen Armee im Februar 2022 hat sich auch die Lage der Shoah-Überlebenden in der Ukraine einschneidend verändert. Ragna Vogel wird über die bisherige Arbeit des Vereins und seine aktuellen Hilfsprojekte in der Ukraine berichten.
Wir wollen diese Veranstaltung auch als Anlass nehmen, Spenden für die ukrainischen Shoah-Überlebenden zu sammeln.
Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, DE48 1009 0000 3065 5990 06, BIC: BEVODEBB, Verwendungszweck: Göttingen hilft
Freie Altenarbeit, Am Goldgraben 14, Göttingen
„Was bleibt ist die Erinnerung“. Kritische Erinnerungsarbeit mit (Ur-)Enkel*innen
Seminarreihe unter der Leitung von Daniel K. Manwire und Rainer Piatkowski
Seminarwochenenden: 13.-15.11.2026, 05.-06.12.2026 und 15.-17.01.2027
Seminargebühr: 70 € (Ermäßigung möglich)
Anmeldung verlängert bis zum 09.11.2026:
info@f-a-g.de oder https://www.fagoe.de/anmeldeformulare/was-bleibt-ist-die-erinnerung
Veranstaltet von der Freien Altenarbeit Göttingen e.V. und femko in Kooperation mit Stiftung Leben & Umwelt/Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen
Das ausführliche Programm kann hier heruntergeladen werden.
Was haben eigentlich meine Ur-/Großeltern während des Nationalsozialismus getan? Diese Frage stellen sich viele Ur-/Enkel*innen der Zeitzeug*innen des Nationalsozialismus. Doch die Informationen, die sie erhalten, sind meist spärlich oder lückenhaft. Nazihintergrund? Wir doch nicht! In den allermeisten Familien bleibt der Eindruck, der Nationalsozialismus habe stets an einem anderen Ort und mit unbekannten Akteur*innen stattgefunden, man habe nichts tun können. Dass dies angesichts der Massenbasis des Faschismus nur für einen kleinen Teil der Familienerzählungen zutreffen kann, mag Anlass sein, die eigene Familienerzählung kritisch zu hinterfragen. Dieses Seminar soll die Gelegenheit geben, gemeinsam mit anderen die Erzählungen über den Nationalsozialismus in der eigenen Familie zu untersuchen und auf Widersprüche abzuklopfen.
Im ersten Teil werden die persönlichen Interessen werden sichtbar und ein kritisches Verhältnis zur Familienerzählung wird entwickelt.
Im zweiten Teil ermitteln wir in einer angeleiteten Archivrecherche Daten und Fakten über die eigenen Großeltern und arbeiten mögliche Lücken in den Erzählungen heraus.
Der dritte Seminartermin dient der gemeinsamen Auswertung.
KZ-Gedenkstätte Moringen, Treffpunkt: Torhaus, Lange Str. 58, Moringen
Führung zu den Moringer Konzentrationslagern mit dem Schwerpunkt Frauen-KZ
Anmeldung: info@gedenkstaette-moringen.de
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Moringen
Die öffentliche Führung bietet einen historischen Überblick zu den drei Moringer Konzentrationslagern. Schwerpunkt der Führung ist die Geschichte des Frauen-KZ Moringen von 1933 bis 1938. Die Zitate und Reproduktionen im neuen Objekt-Koffer zeigen den Haftalltag aus der Perspektive weiblicher Häftlinge. Was schrieben diese auf eine selbstgemalte Postkarte? Was bedeutete ihnen ein aufwendiges Häkelprojekt und wie konnten sie in der Haft Schach spielen? Über den Objekt-Koffer treten wir in Interaktion mit den im Frauen-KZ angefertigten Artefakten und finden selbstständig Antworten auf diese und weitere Fragen. Das Projekt ist im Rahmen des FSJ Politik 2025/26 entstanden.
Holbornsches Haus, Rote Str. 34, Göttingen
Antisemitismus in Göttingen von 2023 bis heute
Vortrag von RIAS Niedersachsen, anschließend Podiumsdiskussion mit dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Niedersachsen, Dr. Gerhard Wegner
Veranstaltet vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V
Nach dem Massaker der Terrororganisation Hamas, bei dem am 07.10.2023 über 1.200 Menschen in Israel ermordet wurden, setzte weltweit eine antisemitische Welle ein. Seither sind auch die antisemitischen Vorfälle in Göttingen rasant angestiegen. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in Niedersachsen wird in ihrem Vortrag anhand von konkreten Vorfällen aus Göttingen aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus veranschaulichen.
Im Anschluss wollen wir mit Dr. Gerhard Wegner über die Auswirkungen dieses neuerlichen Judenhasses auf das jüdische Leben in Niedersachsen sprechen.
Junges Theater, Bürgerstr. 15, Göttingen
Die Schlossherrin
Theaterstück von Lea Goldberg, in der neuen Übersetzung von Gundula Schiffer
Eine Uraufführung mit dem rimon-Ensemble unter Leitung von Britta Shulamith Jakobi
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V
Ein bewegendes Kammerspiel im Europa nach der Shoah: Zwei Reisende treffen 1947 in einem abgelegenen Schloss auf einen rätselhaften Gastgeber und ein verborgenes jüdisches Mädchen, das nichts vom Kriegsende weiß. Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich im Laufe des Abends zu einer Geschichte von Erinnerung, Verdrängung und folgenreichen Wahrheiten. Eine Begegnung, die Fragen nach Schuld, Wahrheit und Zukunft aufwirft.
Stadtlabor, Am Wilhelmsplatz 3 (Eingang neben der Treppe zur Alten Mensa), Göttingen
Trost und Untröstlichkeit im Angesicht der Shoah
Dr. Sebastian Köthe und Dr. Dietmar Sedlaczek im Gespräch
Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Veranstaltet von Amnesty International, Stadtgruppe Göttingen
In ihrem Gedicht „Chor der Tröster“ hat die deutsch-jüdische Autorin Nelly Sachs 1947 im schwedischen Exil die Frage gestellt: „Wer von uns darf trösten?“ Ihre Antwort: Niemand. Der Genozid an den Jüdinnen und Juden sei eine Wunde, die offen bleiben soll. Während Sachs und viele andere Überlebende ihrer Untröstlichkeit ob des Genozids literarische Denkmäler gesetzt haben, haben viele Häftlinge in den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten einander bis in die letzten Atemzüge zu trösten versucht. Wie lässt sich diese Spannung zwischen einem Bedürfnis nach Trost und dem Beharren auf Untröstlichkeit verstehen?
An dem Abend wollen wir Gedichte und Zeugnisse lesen, die von Trost und Untröstlichkeit im Angesicht der Shoah berichten, und danach fragen, welche Praktiken des Trostes und der Untröstlichkeit sie portraitieren, was diese Praktiken über die Vermögen des Menschen verraten und wann Tröstungsversuche politisch problematisch sind.
Dr. Sebastian Köthe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Zeitgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein aktuelles Forschungsprojekt trägt den Titel „Schwacher Trost im Angesicht der Shoah“.
Dr. Dietmar Sedlaczek hat sich wissenschaftlich mit Häftlingsberichten von Opfern von nationalsozialistischer Verfolgung beschäftigt und zahlreiche Interviews geführt. Als Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen betreute er viele Jahre ehemalige Häftlinge der Moringer Konzentrationslager.
Ver.di Säle, Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage, Göttingen
Batmans jüdisches Erbe: Jüdische Traditionen und jüdische Geschichten in US-amerikanischen Superhelden-Comics
Vortrag von Rabbiner Alexander Kovtun
Veranstaltet vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Jüdischen Gemeinde
Es waren jüdische Zeichner und Autoren wie u.a. Jerry Siegel und Joe Shuster (Superman), Bob Kane und Bill Finger (Batman), Joe Simon und Jack Kirby (Captain America), die Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre in den USA die Ära der Superheldencomics einleiteten. Immer wieder stößt man in den Comics von Marvel und DC auf explizite und implizite Bezüge zum Jüdischsein: die jüdischen Wurzeln der Familie Wayne, die jüdische Hochzeit von The Thing oder die auf Magnetos Unteram tätowierte KZ-Nummer...
Rabbi Alexander Kovtun wird uns in seinem Bildvortrag mitnehmen in die faszinierende Welt der jüdischen Superhelden.
Stadtbibliothek, 2. OG, Gotmarstr. 8, Göttingen
Befreiung, Kriegsende und „Neustart“ — Duderstadt in den Jahren 1945 -1946
Vortrag von Rabbiner Alexander Kovtun
Veranstaltet vom Bildungswerk ver.di und der Stadtbibliothek Göttingen
Am 09. April 1945 endete die nationalsozialistische Herrschaft in Duderstadt. Was bedeutete das Kriegsende für die Stadt? Die Nationalsozialisten hatten ihre politischen Gegner*innen verfolgt, Gewerkschaften verboten und Juden und Jüdinnen ausgegrenzt, vertrieben und ermordet. Dies geschah im gesamten Reich und auch im ländlichen Duderstadt. Nach Kriegsende waren sowohl Opfer als auch Täter*innen Teil der neuen Stadtgesellschaft.
Hans-Georg Schwedhelm erinnert in seinem Buch an die Lebens- und Leidensgeschichten von Opfern des NS-Staates, z.B. den KZ-Häftling Karl Rhode aus Fuhrbach, den Seemann Heinrich Ahrens, den Sinto Robert Rosenberg und den Sozialdemokraten Karl Vollmer. Er geht dabei auch auf Täter*innen ein.

