Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Eine Veranstaltungsreihe in Göttingen vom 1. November 2023 bis 30. Januar 2024

November 2026

Sonntag, 01.11.2026, 14:30 Uhr
Ausstellung „Auf der Spur euro­päischer Zwangs­­arbeit. Süd­­nieder­­sachsen 1939–1945“, BBS II, Godehard­str. 11, Göttingen

„Wir waren Sklaven ohne Rechte“ — Zwangs­arbeitende aus der Sowjet­union in Süd­nieder­sachsen

Eine Ausstellungsführung mit Annegrit Berghoff

Veranstaltet von der Geschicht­s­werkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur euro­päischer Zwangs­­­arbeit in Süd­­­nieder­­­sachsen 1939–1945“

Vor 85 Jahren begann der deutsche Vernichtungs­krieg gegen die Sowjetunion. Um die (Kriegs-)Wirtschaft in Deutschland aufrecht­zuerhalten, stimmte Adolf Hitler im Oktober 1941 dem Zwangs­­arbeits­einsatz von Millionen sowjetischer Kriegs­gefangenen und Zivilist*innen zu, den er bis dahin aus rassistischen Gründen abgelehnt hatte. Für die sogenannten „Ost­arbeiter“ galten diskriminierende Sonder­regelungen. Auch in süd­nieder­sächsischen Betrieben kamen sie zum Einsatz.

ABGESAGTSonntag, 01.11.2026, 19:00 Uhr
Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen

Zu unserem großen Bedauern müssen wir das Konzert wegen einer akuten Erkrankung der Sängerin absagen. Ein Ersatz­termin steht derzeit noch nicht fest und wird vermutlich erst 2027 statt­finden können.

Jüdische Stimmen — Identität, Erinnerung und musikalische Moderne

Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V. und der Evangelische Erwachsenen­bildung Nieder­sachsen

Werke von Alexander von Zemlinsky, Mieczysław Weinberg, Gustav Mahler, Alban Berg und Roger Quilter bringen Prof. Eva Kirchner (Sopran) und Prof. Julia Bartha (Klavier) bei diesem besonderen Liederabend zu Gehör. Beide lehren am Institut für Musik­pädagogik der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.

Im Mittelpunkt des Programms stehen die viel­fältigen Erfahrungen jüdischer Komponisten in der europäischen Musik­geschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Biografien erzählen von kultureller Zugehörig­keit und Assimilation, von künstlerischer Freiheit und gesell­schaftlicher Ausgrenzung, von Flucht und Exil.

So entsteht ein Lieder­abend über Identität und Zugehörigkeit, über kulturelle Verflechtung und Erinnerung.

Freitag, 06.11.2026, 16:00 Uhr
Treff­punkt: Stadthaus/Stadtbibliothek, Gotmarstr. 7/8, Göttingen

Gestapo in Göttingen 1935-45

Stadtrundfahrt mit dem (eigenen) Fahrrad

Mit Dr. Rainer Driever, Dr. Thomas Küntzel und Dr. Günther Siedbürger

Veranstaltet von der Geschichts­werkstatt Duderstadt e.V. und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V.

Diese Stadtrundfahrt führt zu ehemaligen Dienst­stellen der Gestapo, zum ehem. Gerichts­gefängnis, in dem Gefangene der Gestapo fest­gehalten wurden, zum Wohnhaus eines Gestapo­beamten sowie zum Wohnhaus einer Opfer­familie.

Die Rundfahrt thematisiert Täter­schaft, Verfolgung und Gewalt und macht sichtbar, wie national­sozialistischer Terror im konkreten Stad­traum verankert war. Was waren die Themen, die für die Staats­polizei im Mittel­punkt standen? Wer waren ihre Opfer? Wie ist sie vor­gegangen? Die Rundfahrt gibt erste Antworten zur Geschichte der Gestapo-Außen­dienst­stelle Göttingen.

Montag, 09.11.2026, 16:15 Uhr
Treff­punkt: Platz der Synagoge, Ecke Obere/Untere Masch­straße, Göttingen

Stadtführung zu den Gescheh­nissen der Reichs­pogrom­nacht am 9./10. November 1938 in Göttingen

Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die in den Jahren 1869 bis 1874 errichtete Göttinger Synagoge angezündet und voll­kommen zerstört. Danach durch­kämmten gegen Mitter­nacht Roll­kommandos aus SS-Leuten die Stadt auf der Suche nach jüdischen Bürger*­innen. Sie drangen in Wohn­häuser ein, zerschlugen Mobiliar und Einrichtungs­gegen­stände und miss­handelten Bewohner*­innen.

Die etwa 90-minütige Führung mit Anette Neu­gebauer geht durch einige Innen­stadt­straßen, in denen jüdische Familien in dieser Nacht terrorisiert wurden. Während der Führung wird auch auf einige der Täter und die Rolle des damaligen Ober­bürger­meisters Albert Gnade eingegangen. Die Führung endet am Synagogen­mahnmal.

Montag, 09.11.2026, 18:00 Uhr
Platz der Synagoge, Ecke Obere/Untere Masch­­straße, Göttingen

Gedenk­stunde am Mahnmal der Synagoge

Musikalische Mitwirkung: Maren und Mathias Böhme mit Quer­flöte und Geige

Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V. und der Stadt Göttingen

Seit 1973 findet in Göttingen jedes Jahr eine Gedenkstunde statt zur Erinnerung an die Reichs­pogrom­nacht vom 9./10.11.1938. In diesem Jahr haben Schüler*­innen aus den Geschichts­kursen des Max-Planck-Gymnasiums unter der Leitung von Alexander Liebig die inhaltliche Vor­bereitung übernommen. Der thematische Schwer­punkt liegt auf den konkreten Ereignissen rund um den Brand­anschlag auf die Göttinger Synagoge, auf der Basis der umfassenden Recherchen des Göttinger Historikers Dr. Peter Kriedte.


Montag, 09.11.2026, 19:30 Uhr
Reformierte Kirche Göttingen, Untere Kar­spüle 11, Göttingen

Gedenkkonzert zur Reichs­pogrom­nacht als „Lange Nacht der Erinnerung“ des Jüdischen Lehr­hauses

Mit dem Göttinger Projekt­orchester KlezPO

Veranstaltet vom Jüdischen Lehrhaus und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V.

Anlässlich des Gedenktages der Reichs­pogrom­nacht lädt das KlezPO-Orchester zu einem besonderen Konzert des Erinnerns und Gedenkens ein. Ausgewählte Werke spannen einen Bogen von jüdischer Tradition hin zu den Opfern von Krieg und Gewalt in Vergangen­heit und Gegenwart. Lieder unter­schiedlicher kultureller Kontexte geben Menschen eine Stimme, deren Schicksale durch die national­sozialistische Gewalt­herrschaft und andere Formen von Unter­drückung geprägt wurden. Das Konzert schlägt eine Brücke in die Gegen­wart und verdeutlicht, wie wichtig Erinnerung, gegen­seitiger Respekt und das entschlossene Eintreten gegen Hass und Aus­grenzung auch heute sind.

Mittwoch, 11.11.2026, 19:00 Uhr
Ver.di Säle, Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage, Göttingen

Die Situation von Shoah-Über­lebenden in der Ukraine während der russischen Voll­invasion

Vortrag von Ragna Vogel, Geschäfts­führerin des Vereins KONTAKTE-KOНTAKTbI e.V.

Veranstaltet vom Deutschen Gewerk­schafts­bund und der Jüdischen Gemeinde

Der Berliner Verein KONTAKTE-KOНTAKTbI e.V. organisiert seit Anfang 1990 medizinische und finanzielle Hilfe für Shoah-Über­lebende in der Ukraine. Mit dem Über­fall der russischen Armee im Februar 2022 hat sich auch die Lage der Shoah-Über­lebenden in der Ukraine ein­schneidend verändert. Ragna Vogel wird über die bisherige Arbeit des Vereins und seine aktuellen Hilfs­projekte in der Ukraine berichten.

Wir wollen diese Veranstaltung auch als Anlass nehmen, Spenden für die ukrainischen Shoah-Über­lebenden zu sammeln.

Spenden­konto:
Kontakte-Kontakty, DE48 1009 0000 3065 5990 06, BIC: BEVODEBB, Verwendungs­zweck: Göttingen hilft

Freitag, 13.11.2026, 19:00 Uhr
Freie Altenarbeit, Am Goldgraben 14, Göttingen

„Was bleibt ist die Erinnerung“. Kritische Erinnerungs­arbeit mit (Ur-)Enkel*­innen

Seminarreihe unter der Leitung von Daniel K. Manwire und Rainer Piatkowski

Seminarwochenenden: 13.-15.11.2026, 05.-06.12.2026 und 15.-17.01.2027

Seminargebühr: 70 € (Ermäßigung möglich)

Anmeldung verlängert bis zum 09.11.2026:
info@f-a-g.de oder https://www.fagoe.de/anmeldeformulare/was-bleibt-ist-die-erinnerung

Veranstaltet von der Freien Alten­arbeit Göttingen e.V. und femko in Kooperation mit Stiftung Leben & Umwelt/Heinrich-Böll-Stiftung Nieder­sachsen

Das ausführliche Programm kann hier herunter­geladen werden.

Was haben eigentlich meine Ur-/Groß­eltern während des National­sozialismus getan? Diese Frage stellen sich viele Ur-/Enkel*­innen der Zeit­zeug*­innen des National­­sozialismus. Doch die Informationen, die sie erhalten, sind meist spärlich oder lücken­haft. Nazi­hintergrund? Wir doch nicht! In den aller­meisten Familien bleibt der Eindruck, der National­sozialismus habe stets an einem anderen Ort und mit unbekannten Akteur*­innen statt­gefunden, man habe nichts tun können. Dass dies angesichts der Massen­basis des Faschismus nur für einen kleinen Teil der Familien­erzählungen zutreffen kann, mag Anlass sein, die eigene Familien­erzählung kritisch zu hinter­­fragen. Dieses Seminar soll die Gelegen­heit geben, gemeinsam mit anderen die Erzählungen über den National­sozialismus in der eigenen Familie zu unter­suchen und auf Wider­sprüche abzuklopfen.

Im ersten Teil werden die persönlichen Interessen werden sichtbar und ein kritisches Verhältnis zur Familienerzählung wird entwickelt.
Im zweiten Teil ermitteln wir in einer angeleiteten Archivrecherche Daten und Fakten über die eigenen Großeltern und arbeiten mögliche Lücken in den Erzählungen heraus.
Der dritte Seminartermin dient der gemeinsamen Auswertung.

Samstag, 14.11.2026, 15:00 Uhr
KZ-Gedenk­stätte Moringen, Treffpunkt: Torhaus, Lange Str. 58, Moringen

Führung zu den Moringer Konzentrations­lagern mit dem Schwer­punkt Frauen-KZ

Anmeldung: info@gedenkstaette-moringen.de

Veranstaltet von der KZ-Gedenk­stätte Moringen

Die öffentliche Führung bietet einen historischen Überblick zu den drei Moringer Konzentrations­lagern. Schwer­punkt der Führung ist die Geschichte des Frauen-KZ Moringen von 1933 bis 1938. Die Zitate und Reproduktionen im neuen Objekt-Koffer zeigen den Haft­alltag aus der Perspektive weiblicher Häftlinge. Was schrieben diese auf eine selbst­gemalte Post­karte? Was bedeutete ihnen ein auf­wendiges Häkel­projekt und wie konnten sie in der Haft Schach spielen? Über den Objekt-Koffer treten wir in Inter­aktion mit den im Frauen-KZ angefertigten Arte­fakten und finden selbstständig Antworten auf diese und weitere Fragen. Das Projekt ist im Rahmen des FSJ Politik 2025/26 entstanden.


Montag, 16.11.2026, 18:00 Uhr
Hol­bornsches Haus, Rote Str. 34, Göttingen

Antisemitismus in Göttingen von 2023 bis heute

Vortrag von RIAS Nieder­sachsen, anschließend Podiums­diskussion mit dem Anti­semitismus­beauf­tragten des Landes Nieder­sachsen, Dr. Gerhard Wegner

Veranstaltet vom Deutschen Gewerk­schafts­bund und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V

Nach dem Massaker der Terroror­ganisation Hamas, bei dem am 07.10.2023 über 1.200 Menschen in Israel ermordet wurden, setzte welt­weit eine anti­semitische Welle ein. Seither sind auch die anti­semitischen Vorfälle in Göttingen rasant angestiegen. Die Recherche- und Informations­stelle Anti­semitismus (RIAS) in Nieder­sachsen wird in ihrem Vortrag anhand von konkreten Vorfällen aus Göttingen aktuelle Erscheinungs­formen des Anti­semitismus veran­schaulichen.

Im Anschluss wollen wir mit Dr. Gerhard Wegner über die Aus­wirkungen dieses neuerlichen Juden­hasses auf das jüdische Leben in Nieder­sachsen sprechen.

Dienstag, 17.11.2026, 20:00 Uhr
Junges Theater, Bürgerstr. 15, Göttingen

Die Schlossherrin

Theaterstück von Lea Gold­berg, in der neuen Über­setzung von Gundula Schiffer
Eine Urauf­führung mit dem rimon-Ensemble unter Leitung von Britta Shulamith Jakobi

Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammen­arbeit Göttingen e.V

Ein bewegendes Kammerspiel im Europa nach der Shoah: Zwei Reisende treffen 1947 in einem abgelegenen Schloss auf einen rätsel­haften Gast­geber und ein verborgenes jüdisches Mädchen, das nichts vom Kriegs­ende weiß. Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich im Laufe des Abends zu einer Geschichte von Erinnerung, Verdrängung und folgen­reichen Wahr­heiten. Eine Begegnung, die Fragen nach Schuld, Wahr­heit und Zukunft aufwirft.

Donnerstag, 19.11.2026, 19:00 Uhr
Stadtlabor, Am Wilhelmsplatz 3 (Eingang neben der Treppe zur Alten Mensa), Göttingen

Trost und Untröst­lich­keit im Angesicht der Shoah

Dr. Sebastian Köthe und Dr. Dietmar Sedlaczek im Gespräch

Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Veranstaltet von Amnesty Inter­national, Stadt­gruppe Göttingen

In ihrem Gedicht „Chor der Tröster“ hat die deutsch-jüdische Autorin Nelly Sachs 1947 im schwedischen Exil die Frage gestellt: „Wer von uns darf trösten?“ Ihre Antwort: Niemand. Der Genozid an den Jüdinnen und Juden sei eine Wunde, die offen bleiben soll. Während Sachs und viele andere Über­lebende ihrer Untröst­lich­keit ob des Genozids literarische Denk­mäler gesetzt haben, haben viele Häftlinge in den national­sozialistischen Vernichtungs­stätten einander bis in die letzten Atem­züge zu trösten versucht. Wie lässt sich diese Spannung zwischen einem Bedürfnis nach Trost und dem Beharren auf Untröst­lich­keit verstehen?

An dem Abend wollen wir Gedichte und Zeugnisse lesen, die von Trost und Untröst­lich­keit im Angesicht der Shoah berichten, und danach fragen, welche Praktiken des Trostes und der Untröst­lich­keit sie portraitieren, was diese Praktiken über die Vermögen des Menschen verraten und wann Tröstungs­versuche politisch problematisch sind.

Dr. Sebastian Köthe ist wissen­schaftlicher Mit­arbeiter in der Zeit­geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sein aktuelles Forschungs­projekt trägt den Titel „Schwacher Trost im Angesicht der Shoah“.
Dr. Dietmar Sedlaczek hat sich wissen­schaftlich mit Häftlings­berichten von Opfern von national­sozialistischer Verfolgung beschäftigt und zahlreiche Interviews geführt. Als Leiter der KZ-Gedenk­stätte Moringen betreute er viele Jahre ehemalige Häft­linge der Moringer Konzentrations­lager.

Montag, 23.11.2026, 19:00 Uhr
Ver.di Säle, Groner-Tor-Str. 32, 2. Etage, Göttingen

Batmans jüdisches Erbe: Jüdische Traditionen und jüdische Geschichten in US-amerikanischen Super­helden-Comics

Vortrag von Rabbiner Alexander Kovtun

Veranstaltet vom Deutschen Gewerk­schafts­bund und der Jüdischen Gemeinde

Es waren jüdische Zeichner und Autoren wie u.a. Jerry Siegel und Joe Shuster (Superman), Bob Kane und Bill Finger (Batman), Joe Simon und Jack Kirby (Captain America), die Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre in den USA die Ära der Super­helden­comics ein­leiteten. Immer wieder stößt man in den Comics von Marvel und DC auf explizite und implizite Bezüge zum Jüdisch­sein: die jüdischen Wurzeln der Familie Wayne, die jüdische Hoch­zeit von The Thing oder die auf Magnetos Unteram tätowierte KZ-Nummer...

Rabbi Alexander Kovtun wird uns in seinem Bild­vortrag mit­nehmen in die faszinierende Welt der jüdischen Super­helden.

Donnerstag, 26.11.2026, 19:00 Uhr
Stadt­biblio­thek, 2. OG, Gotmarstr. 8, Göttingen

Befreiung, Kriegs­ende und „Neustart“ — Duder­stadt in den Jahren 1945 -1946

Vortrag von Rabbiner Alexander Kovtun

Veranstaltet vom Bildungs­werk ver.di und der Stad­tbiblio­thek Göttingen

Am 09. April 1945 endete die national­sozialistische Herr­schaft in Duder­stadt. Was bedeutete das Kriegs­ende für die Stadt? Die National­sozialisten hatten ihre politischen Gegner*­innen verfolgt, Gewerk­schaften verboten und Juden und Jüdinnen ausgegrenzt, vertrieben und ermordet. Dies geschah im gesamten Reich und auch im ländl­ichen Duder­stadt. Nach Kriegs­ende waren sowohl Opfer als auch Täter*­innen Teil der neuen Stadt­gesellschaft.

Hans-Georg Schwedhelm erinnert in seinem Buch an die Lebens- und Leidens­geschichten von Opfern des NS-Staates, z.B. den KZ-Häftling Karl Rhode aus Fuhr­bach, den Seemann Heinrich Ahrens, den Sinto Robert Rosen­berg und den Sozial­demokraten Karl Vollmer. Er geht dabei auch auf Täter*­innen ein.